Quer über die Alb

Von Ulm über Blaubeuren, Laichingen, Wiesensteig nach Salach im Filstal.

2018 lief ich diesen Weg durch meine alte Heimat. Erinnerungen an eine wunderschöne Jugend am Rande der Schwäbischen Alb…

Die Wanderung quer über die Schwäbische Alb noch immer im Kopf. Es war schön, anstrengend, erlebnisreich, unheimlich und lehrreich.

Am 09.07.2018 über Nacht mit dem Zug nach Ulm (DB ist eine Katastrophe!!!) gefahren und am 10.07. um 6 Uhr angekommen. Nach der üblichen Tour durch Ulm noch ein letztes gutes Frühstück in einer Bäckerei und dann ging es los…

Immer dem Flüsschen Blau entlang raus aus Ulm bis nach Blaubeuren…durch häßliche Industriegebiete am Stadtrand Ulms mitten rein in die Natur.

Am späten Vormittag dann den Blautopf erreicht und erst mal Wasservorräte aufgefüllt. Dabei traf ich einen Radwanderer aus Regensburg, der kreuz und quer auf der Alb unterwegs war. Nachdem wir im Cafe am Blautopf für reichlich Chaos gesorgt hatten, trennten sich unsere Wege….er Richtung Ach entlang, ich rauf auf die Alb….die erste Lehrstunde zum Thema Serpentinen.

Nachmittags dann das eigentliche Tagesziel nach 29km erreicht: Die Laichinger Tiefenhöhle. Eigentlich wollte ich dort übernachten und die Pächterin dort hatte auch schon ihre Erlaubnis gegeben….ABER….7 Busse mit Kindern und ihren Begleitern verwandelten den Platz in eine Vorhölle.

Nach Besichtigung der Höhle noch Wasser und Kaffee aufgetankt, von der Wirtin eine Butterbretzel und Landjäger mit auf den Weg bekommen, entschloss ich mich die letzten 12km bis zur Schertelshöhle zu laufen. Gerade als die Sonne unterging, kam ich dort an. Einen geilen Platz zum Übernachten gefunden….und dann kam das Grauen!

Gegen 23 Uhr Krach und Gepoltere vor dem Schlafplatz! Waschbären, die die Mülleimer plünderten und auch anscheinend gerochen haben, was ich Leckeres im Rucxksack hatte!!!!
Diese Saubande ließ sich auch nicht verscheuchen….also alles in den Rucksack gestopft und noch 2,5km bis zum Filsursprung gelaufen…..stockdunkel und bergab.
An der Quelle der Fils dann einen Schlafplatz in der Schutzhütte gefunden, mit Fledermäusen….

Am nächsten Morgen dann erst mal Frühstück und Körperpflege, wobei das Wasser mindestens 2cm nach innen kalt war.
Durchs Hasental bis zum Punkt der Entscheidung….links hoch zurück auf die Alb oder rechts nach Wiesensteig zur Metzgerei meines Vertrauens um LKW`s zu erstehen. Wiesensteig hat gewonnen!

Dann zurück zur Papiemühle um den Aufstig auf die Alb in Angriff zu nehmen.
Auf halber Höhe überhohlte mich ein Bauer mit seinem Trecker, der mich die letzten 380 Höhenmeter auf dem Hänger mitnahm…dufter Typ….breitestes Alb-Schwäbisch und beide Arme voller Tattoos. Also gab es hier auch “normale” Menschen!

Der weitere Weg ging entlang des Albtraufs über den Nörtel, am Fuchseck vorbei bis in das Dorf Schlat. Von dort aus waren es nur noch 7km bis in mein Heimatdorf.
Am Fuchseckhof wurde ich dann offiziell zum “Landstreicher” gekürt!!!! Als ich dort nach Wasser fragte wurde ich vom Hof gejagt….original mit Mistgabel und den Worten: “Ich solle den Hof verlassen, hier ist kein Platz für Landstreicher!”

Egal, in Schlat das totale Gegenteil erlebt….nettes Gespräch und beide Wasserflaschen gefüllt bekommen. Sogar ein Obstler zum Abschied gab es noch!

Ziel erreicht! An der Brennerei und Mosterei Kaiser in Salach wurde ich von Karl-Otto Kaiser empfangen und gleich in die “gute Stube” geleitet zum verköstigen geistiger Edelbrände und Liköre….grins…nicht ohne Folgen.

Zwei Tage, 71km….nette Menschen, Arschlöcher, die alte Heimat und 5kg weniger….Natur pur und vor allem eines:

Freiheit!

Hier noch einmal die Wegstrecke und ein paar Impressionen:



volle Distanz: 70.76 km
Maximale Höhe: 839 m
Minimale Höhe: 349 m
Gesamtanstieg: 1337 m
Gesamtabstieg: -1466 m
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